Matthias Schneider ist Professor für Kirchenmusik an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald. Er leitet die von ihm 1996 ins Leben gerufene Greifswalder Sommerakademie Orgel und ist sowohl als Interpret wie auch als Musikwissenschaftler international gefragt. Seit vier Jahren ist er Präsident der internationalen Gesellschaft der Orgelfreunde e.V. Schwerpunkte seiner Arbeit liegen in der Musik für Tasteninstrumente des 16. bis 18. Jahrhunderts. Davon zeugt auch die Programmauswahl, die Schneider für sein Konzert im Rahmen der Reihe Meister der Orgel am Sonntag 14. Januar, 17 Uhr in der Stadtkirche Durlach getroffen hatte. Mit Nicolas de Grignys „Veni Creator Spiritus“ und Buxtehudes Choralphantasie über das „Te Deum“ erklangen groß angelegte Vertonungen von gleich zwei der frühen christlichen Melodien. Dazwischen ist Johann Sebastian Bachs fein verzierte Choralbearbeitung aus den Leipziger Chorälen zu „Allein Gott in der Höh' sei Ehr“ zu hören. Von Bach spielte Schneider mit dem „Piece d' Orgue“ in Durlach zudem einen der Klassiker, die Leichtigkeit und Gravität der Orgel in einem Werk vereinen. Die „Aria Sebaldina“ ist der Schlusssatz aus der wohl bedeutendsten Sammlung mit Werken für Tasteninstrumente von Johann Pachelbel und rundete dieses hoch- bis spätbarocke Orgelkonzert ab.

Mit dem Badischen Kammerchor der Hochschule für Kirchenmusik Heidelberg und der Heidelberger Kantorei gastierten zwei für ihre exquisite a-cappella-Klangkultur bekannte Ensembles unter der Leitung des Heidelberger Hochschulrektors und Chorleitungsprofessors Bernd Stegmann in der Stadtkirche Durlach. Drei herausragende Werke der Chormusik standen auf dem Programm:

Im Zentrum des Konzertes stand Francis Poulencs „Figure humaine“ (Das menschliche Antlitz). Das in der Zeit der französischen Résistance entstandene Werk fasst Besetzung, Unfreiheit und Krieg in beklemmende Klangbilder. Gleichwohl erweckt diese Musik auch die Hoffnung auf eine neue, gerechte und freie Welt. Berühmt ist der letzte Satz des ausdrucksstarken Chorwerkes „Liberté“. Hier wird der Hörer mitgerissen in einen nicht enden wollenden Sog einer Bewegung, die letztlich im alles erlösenden Wort Freiheit (Liberté) endet.

Kantor Johannes Blomenkamp entdeckte in seinem traditionellen Orgelkonzert am Faschingssamstag erneut wenig bekannte Facetten der Orgelmusik. Dieses Mal ging es angesichts der bevorstehenden Weltmeisterschaft unter dem Titel „11 Freunde“ um das Thema Fußball.
Eine Verbindung zwischen dem beliebtesten Sport der Europäer und dem Spiel auf der Orgel liegt nahe: Für beides bedarf es einer versierten Fußtechnik, die durch stetes Training bzw. Üben aufrecht erhalten werden will, z. B. mit den „Dancing Feet“ von Noel Rawsthorne.

Johann Sebastian Bach zum 333. Geburtstag

Albrecht von Stackelberg (Bach)
Carmen Buchert (Sopran)
Jugendkantorei Durlach
Instrumentalensemble
Leitung: Johannes Blomenkamp

Was wäre, wenn eine Statue J. S. Bachs erzählen könnte? Im Musical wird das Unmögliche möglich, auch wenn es die Sängerinnen und Sänger der Jugendkantorei Durlach zu Beginn von „Bach forever“ nicht glauben konnten, was da eine von ihnen gesehen haben will. Noch bevor sein Orgel-Präludium verklungen war, stand der Altmeister und Übervater der Musik mitten unter den Jugendlichen. Und er wollte wissen, was die „Jungen Leute“ der Zeit, in die er da nolens volens geraten war, so umtreibt. Die Musik aus dem Smartphone faszinierte den 333jährigen genauso wie der Auslandsaufenthalt in Tibet. Im Gegenzug plauderte Bach launig aus seiner eigenen Jugend.

Gospel und Jazz auf ausgezeichnetem Niveau präsentierten die spirited voices in der Stadtkirche Durlach. Neben klassischen Spirituals und Gospels gehören Arrangements zu Popsongs zum Rpertoire des Karlsruher Gospel- & Jazzchors.

Im Jahr 2013 gewann der Chor den 1. Preis beim Landeschorwettbewerb Baden-Württemberg in der Kategorie "Populäre Chormusik - A Capella". In den vergangenen Jahren haben die Sängerinnen und Sänger das rein vokale Musizieren daraufhin ausgebaut.

Antonín Dvořák
Messe D-Dur
Außerdem acappella-Werke u. a. von J. S. Bach und Kurt Nystedt

Teresa Frick (Sopran), Johanna Wiebusch (Alt), Johannes Budday (Tenor), Matthias Heieck (Bass), Erika Budday (Orgel)
Chor des Evangelischen Seminars Maulbronn
Leitung: Sebastian Eberhardt

Der Chor des Ev. Seminars Maulbronn eröffnete sein Konzert mit Antonín Dvořáks farbenfroher Messe in D-Dur in der Orgelfassung. Dvořák schrieb dieses Auftragswerk ursprünglich für die Weihe einer Privatkapelle in Prag. Daher musste er sich auch aus Platzgründen in der Wahl der instrumentalen Mittel bescheiden.

Psalmvertonungen jüdisch-christlicher Komponisten
Bernstein – Chichester Psalms u. a.

Cornelia Samuelis, Sopran
Regina Grönegreß, Alt
Juri Jahn, Knabensopran
Jasmin Blomenkamp, Violoncello
Karin Schnur, Harfe
Christa Tenbusch, Perkussion
Leon Tscholl, Orgel
Durlacher Kantorei
Leitung: Johannes Blomenkamp

Johann Kuhnau
Der Streit zwischen David und Goliath
Johannes Blomenkamp, Orgel

Orgelführung im Anschluss.

Die abwechslungsreiche Karlsruher Orgellandschaft lässt sich einmal jährlich am Denkmaltag, der gleichzeitig auch der Deutsche Orgeltag ist, hörend durchwandern. Bei den Karlsruher Orgelspaziergängen können sich Zuhörerinnen und Zuhörer ihr ganz persönliches Orgelkonzert selbst zusammen stellen. Zu jeder vollen Stunde erklingt ab mittags 12 Uhr in mindestens einer Karlsruher Kirche ein Orgelkurzkonzert. Es spielen die Karlsruher Kantorinnen und Kantoren und nebenamtliche Organisten.

Das komplette Programm unter  kirchenmusik-karlsruhe.de.

 Eintritt frei

Präsentiert von der Stiftung CONTINUO

19 Uhr: Chor und Orgel
Durlacher Kantorei und Leon Tscholl (Orgel)
Leitung: Johannes Blomenkamp

20 Uhr: Vogelstimmenkonzert
Ulrike Wettach-Weidemaier und Sonja Kanno-Landoll (Blockflöten)
Tilo Strauß (Orgel)

21 Uhr: Orgel pur – Bach und Belgien
Konja Voll, Bernsheim (Orgel)

22 Uhr: Duo „Horn & Pipe“
Peter Dußling (Saxophon) und Stephan Lenz (Orgel)

 Eintritt frei

Auszüge aus „The Christmas Truce 1914“ von Stephan Adam

Cornelia Samuelis (Sopran), Sandra Stahlheber (Alt), Sebastian Hübner (Tenor), Peter Arestov (Bass), Eric van der Zwaag (Sprecher)
Durlacher Kantorei, Camerata 2000
Leitung: Johannes Blomenkamp

Das Konzert ist ausverkauft.
Wenige Restkarten mit teils eingeschränkter Sicht und/oder Akustik sind an der Abendkasse erhältlich.

Schola Heidelberg und ensemble aisthesis
Leitung: Walter Nußbaum

Werke zur Advents und Weihnachtszeit von John Dowland, Johann Rosenmüller, Hans Leo Haßler, Dimitri Terzakis u. a.

 Eintritt: 15 € (erm. 8 €, Förderkreis 13 €)
Ermäßigung für Schüler ab 12 Jahren, Schwerbehinderte und Studierende
Vorverkauf bei Musik Schlaile und online.

 Online-Ticket

Werke von J.S. Bach, G.P. Telemann, Raquel Cristóbal Ramos, Bob Chilcott, John Rutter u. a.

Jugendkantorei Durlach,
Knabenchor 2 und Mädchenchor 2 der Durlacher Singschule
Anu Tervo, Klavier
Leitung: Johannes Blomenkamp

 entrance free

In this concert at  St. Nicholas Church (link leads to google maps) the Durlacher Kantorei performed works by Louis Lewandowski, Felix Mendelssohn-Bartholdy and Antonín Dvořák, amongst others.

Lewandowski composed synagogal music for the "New Synagogue Berlin" in the 2nd half of the 19th century. His settings of psalms for choir and organ (in this concert with piano) are reminiscent of Mendelssohn´s compositions. Mendelssohn´s "Songs Without Words" have been arranged for choir by Bernd Stegmann (professor of choral conducting), who also chose well-known German hymn texts for the arrangements. The concert concluded with the "Gloria" from Dvořák´s Mass in D and the "Evening Song" by Josef Gabriel Rheinberger.

The Durlacher Kantorei is the concert choir of the Protestant Church Durlach (Karlsruhe, Germany). The group has performed most of the greatest choral works over the past years (like Bach´s and Handel´s oratorios, Haydn´s "Creation" etc.) and also enjoys studying and performing contemporary pieces such as the "Misa Tango" by L. Bacalov. Past programmes have also included "rediscovered pieces" like Graun´s oratorio "The Death of Jesus" or Lewandowski´s psalms. The singers can take part in voice training sessions with a professional singer during rehearsals.

Kindermusical von Johannes Matthias Michel
Mädchen- und Knabenchöre der Durlacher Singschule
Instrumentalensemble
Leitung: Johannes Blomenkamp

 Eintritt frei

Die Kirchenglocke Gloria ist der ganze Stolz der kleinen Stadt Taschenburg. Vor 100 Jahren wurde sie geweiht. Bei den Festlichkeiten zu diesem Jubiläum ahnt kaum jemand, dass nur kurze Zeit später der Grünspan sein grausames Werk an ihr verrichten will. Allein Alice ist in diesem musikalischen Märchen auf die unerhörte Begebenheit vorbereitet.

Wie ihre Namensvetterin aus Lewis Carolls Traumerzählung spricht sie mit den Tieren, weswegen sie so einiges mehr wahrnimmt als die Erwachsenen. Diese belächeln ihre Warnungen als Fantastereien. Die Tiere verraten Alice jedoch diverse Zaubersprüche und eine geheime Tür im Kirchturm, durch die sie ins Glockenland aufbricht, um die Glocke Gloria vor dem Ruin zu retten.

Werke von Haydn, Beethoven, Reichardt, Rutter u.a.
Präsentation der neuen CD Durlacher Duette

Johannes Hustedt, Flöte
Johannes Blomenkamp, Orgel

 Eintritt frei

Logo Durlacher Singschule

Chöre der Durlacher Singschule
Durlacher Bläserensemble
Leitung: Johannes Blomenkamp

 Eintritt frei

Pfingstwochenende, 17.+19./20. Mai 2018

Am Pfingstsonntag, den 20. Mai, erklang im Gottesdienst um 10 Uhr in der Stadtkirche Durlach die Missa brevis in C von Franz Xaver Brixi (1732 – 1771). Das Besondere: Jede und jeder war zum Mitsingen eingeladen. Damit das gelang, fanden insgesamt zwei Proben statt.. Die Leitung hat Bezirkskantor Johannes Blomenkamp. Den Sängerinnen und Sängern entstehen keine Kosten. Das Notenmaterial wird gestellt. Die Pfingstmesse zum Mitsingen ist gewissermaßen die kleine Schwester des Karlsruher Singalong, das in diesem Jahr nicht stattfinden wird.

Zu Werk und Komponist

Franz Xaver Brixi war von seinem 27 Lebensjahr an bis zu seinem Tod Domkapellmeister an der Metropolitkirche in Prag und bekleidete damit eines der bedeutendsten Ämter im Kulturbetrieb der Stadt. Zuvor hatte er sich unter anderem durch seine Kompositionen einen Namen gemacht. Von ihm sind heute über 400 Werke bekannt. Die Einzelstimmen zu seiner Missa brevis in C schlummerten bis ins Jahr 2002 im Archiv des Klosters Stams (Tirol). Der Gesamtcharakter dieses Stücks ist freudig bewegt, mit teils sehr innigen Solopartien. Die Instrumentierung ist mit Klarinette, Trompete und zwei Violinen (plus Basso continuo) besonders festlich. Die zahlreichen Chorpartien laden zum Mitsingen geradezu ein.

Die Solopartien übernahmen Carmen Buchert (Sopran), Sandra Stahlheber (Alt), Marko Bartel (Tenor) und Florian

 Eintritt 8 € (erm. 4 €)

Marek Stefański, Organist an der Marienkirche in Krakau, ist in der internationalen Orgelszene gewissermaßen der Botschafter der polnischen Orgelmusik. So wird er einige hierzulande wohl gänzlich unbekannte Komponisten auch in seinem Konzert in der Reihe Meister der Orgel am Samstag, 27. Oktober um 20 Uhr in der Stadtkirche Durlach präsentieren. Diese stellt er dabei jedoch in einen europäischen Kontext und widmet sich damit auch der deutschen Orgeltradition. So erklingen in diesem Orgelkonzert neben Werken von Nikolaj aus Krakau (16. Jahrhundert) und Mieczysław Surzyński (19. Jahrhundert) auch Werke von Krebs und Bach. Das verbindende Element ist dabei die Improvisation, bzw. die Eigenbearbeitung: So spielt Stefański seine eigene Adaption über einen Generalbass aus Bachs Adaption von Pergolesis Stabat Mater („Tilge, Höchster, meine Sünden“, BWV 1083).

Abendkasse 8 € (erm. 4 €)

Der Shootingstar der amerikanischen Orgelszene  Wyatt Smith präsentierte Schlüsselmomente der deutschen Orgelmusik. Mit den rahmenden Werken, Fantasie und Fuge in g-Moll und der großen Es-Dur-Fuge, setzte Smith gleich zwei einzigartige Werke Bachs zu Beginn und Ende des Programms. Die Es-Dur Fuge bildet zudem den krönenden Abschluss einer Sammlung an Orgelkompositionen Bachs, die Albert Schweitzer einmal als dessen „Orgelmesse“ beschrieb.

Den ersten Teil dieses musikalischen Gottesdienstes spielte Smith im ersten Teil seines Durlacher Konzertes. In der Mitte standen zwei der historisch spannungsreichsten, letzten Werke Max Regers. In Trauerode und Dankpsalm verarbeitet dieser die beiden evangelischen Lieder Was Gott tut, das ist wohlgetan und Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren. Auf Grund der Widmungen können beide Bearbeitungen geistlicher Lieder als Regers Auseinandersetzung mit dem ersten Weltkrieg betrachtet werden.

Prague 07-2016 view from Lesser Town Tower of Charles Bridge img1

St. Nichlas Church, Prague
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