Psalmvertonungen jüdisch-christlicher Komponisten
Bernstein – Chichester Psalms u. a.

Cornelia Samuelis, Sopran
Regina Grönegreß, Alt
Juri Jahn, Knabensopran
Jasmin Blomenkamp, Violoncello
Karin Schnur, Harfe
Christa Tenbusch, Perkussion
Leon Tscholl, Orgel
Durlacher Kantorei
Leitung: Johannes Blomenkamp

Karten an der Abendkasse
18 € und 14 € (erm. 10 € und 8 €)
Ermäßigung für Schüler ab 13 Jahren, Schwerbehinderte und Studierende Kinder bis 12 Jahre: 1 €, Für Kleinkinder ist dieses Konzert nicht geeignet.

Einlass ab 17 Uhr.
Bitte benutzen Sie den auf Ihrem Ticket abgedruckten Eingang zur Stadtkirche

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Die Psalmen, ein Teil der textlichen und musikalischen Ursubstanz von Juden- und Christentum, sind das verbindende Element dieses Konzertes der Durlacher Kantorei. Johannes Blomenkamp hat für diesen Abend ein Programm zusammen gestellt, das mit Mendelssohns Hymne „Hör mein Bitten“ von der Romantik und Bernsteins Chichester Psalms bis über die Avantgarde des 20. Jahrhunderts hinausreicht. Dazwischen erklingen Auszüge aus Louis Lewandowskis neu zu entdeckenden 18 liturgischen Psalmen und Samuel Naumbourgs Vertonung des althebräischen „Jauchzet dem Herrn alle Welt“ für Chor, Harfe und Orgel.

Während eines Sabbat-Jahres befasste sich Leonard Bernstein mit der modernen Musik seiner Zeit. Zeitgleich entstanden auch seine Chichester Psalms, die nach Bekunden des Komponisten „nach zwei Monaten in Avantgarde-Herumirrens“ auf „tonalen Füßen“ stehen. Dabei finden sich in diesem Werk durchaus Anklänge an musikalische Strömungen des 20. Jahrhunderts. Mit der Wahl der althebräischen Psalmtexte spannt Bernstein wiederum einen Bogen zu den Grundfesten des Judentums. In diesem Spannungsfeld bewegten sich rund hundert Jahre vor Bernstein auch die jüdischen Kantoren Samuel Naumburg (Frankreich) und Louis Lewandowski. Letzterer etablierte im Gottesdienst der Neuen Synagoge in Berlin eine für seine Zeit vollkommen neue Weise des Musizierens. Dabei knüpfte er zum einen an Formen der christlichen Sakralmusik an wie sie nur wenige Jahre zuvor insbesondere durch Felix Mendelssohn Bartholdy maßgeblich weiter entwickelt worden war, zum anderen lag ihm viel an der schöpferischen Integration der alten jüdischen Weisen. Die Orgel hielt er für ein tragendes Fundament, auf dem er zusammen mit dem Chorgesang seine Art der Synagogalmusik aufbaute. Harmonisch ließ er sich dabei von den Komponisten der Früh- und Hochromantik inspirieren.

Die Durlacher Kantorei ist der weit über die Grenzen Karlsruhes hinaus bekannte Chor der evangelischen Stadtkirchen-Gemeinde in Durlach. Seit Januar 2007 musizieren die rund 70 Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Johannes Blomenkamp. Die Kantorei führte in den letzten Jahren viele bedeutende Kompositionen der Chorliteratur auf. Darüber hinaus erklangen wieder zu entdeckende und zeitgenössische Werke. In ihrer Besprechung zu einem Konzert mit Magnificat-Vertonungen (November 2015) attestierten die Badischen Neuesten Nachrichten dem Chor „strahlend ausgeführte Lobgesänge“ und hoben insbesondere die „leuchtenden Sopranstimmen“ hervor.