Die „Karlsruher Orgelspaziergänge“ finden auch dieses Jahr wieder zum Tag des offenen Denkmals statt. Zwischen 12 Uhr Mittags und 18 Uhr erklingt zu jeder vollen Stunde ein kurzes Konzert in verschiedenen Kirchen mit ganz unterschiedlichen Instrumenten. Die Zuhörerinnen und Zuhörer sind herzlich eingeladen, mehrere dieser Kurzkonzerte zu besuchen und somit zwischen den Orgeln spazieren zu gehen.

Kai Dolde, Orgel

 Eintritt frei
Infos zu den weiteren Stationen und Programmen finden Sie auf
 kirchenmusik-karlsruhe.de

Von Sternen und Zauberern

Die Stadtkirche Durlach wird um Punkt 13 Uhr zum musikalischen Weltraumhafen. Kai Dolde eröffnet sein Kurzkonzert mit Auszügen aus der Filmmusik zu Star Wars von John Williams in einem eigenen Arrangement. Mit den Klangfarben der Stumm|Goll-Orgel malt er seinem Publikum ein Bild des Thronsaals und ermöglicht uns ein Wiedersehen mit Prinzessin Leia. In einem Orgelkurzkonzert kann dieser Trip zu den Sternen nur ein Kurztrip sein.

Schließlich darf das wandernde Konzertpublikum den Zug auf Gleis 9/3/4 nicht verpassen, um wenige Augenblicke später zu der Musik von Patrick Doyle in Hogwards einzumarschieren. Der zweite Konzertteil ist nämlich der Wondrous World von Harry Potter gewidmet. Die Begegnung mit dem Erzschurken Voldemort lässt sich nicht ganz vermeiden ...

In den so genannten goldenen 1920er Jahren gingen Film- und Orgelmusik eine äußerst intensive, wenn auch kurze, Bindung ein. Beim Aufkommen des Stummfilms zeigte sich bald, dass eine an der Handlung des Films ausgerichtete musikalische Untermalung dem Filmerlebnis dienlich war. So begann man damit, in einigen Filmtheatern Orgeln zu errichten, auf denen dann zu den Vorführungen improvisiert wurde. Der Tonfilm setzte dieser Entwicklung ein Ende. Den Orchestern gehörte fortan vorwiegend die Film- und Fernsehmusik. Noch in den 1980er Jahren wurden die Sounds zur Fernsehserie Star Trek - The Next Generation separat für jede Episode von einem Orchester eingespielt.
Organisten fasziniert seit jeher die Transkription oder improvisatorische Adaption von Orchesterwerken. Dies schließt natürlich auch die Filmmusik mit ein. Insbesondere die „Klassiker“ von John Williams animieren immer wieder zu neuen Adaptionen.